Vielleicht haben Sie sich schon einmal gewundert, dass auf unterschiedlichen Rechnern oder in verschiedenen Browsern, andere Suchergebnisse bei Google erscheinen und das, obwohl nach dem gleichen Keyword (Suchbegriff) gesucht wurde. Die Antwort auf dieses Phänomen lautet Personalisierte Suche oder Google Webmasterprotokoll.
Was bedeutet personalisierte Suche?
In unserem Beispiel sucht ein User häufig nach dem Begriff „Portraitfotografie Tipps“ und klickt in den Ergebnissen öfters auf eine bestimmte Webseite z.B. http://fotografie-tipps-tricks.blogspot.com/. Bei zukünftigen Suchanfragen nach dem Keyword „Portraitfotografie Tipps“ werden dem User die Treffer zu der Webseite http://fotografie-tipps-tricks.blogspot.com/ weiter oben in den SERPs (Suchergebnisseiten) angezeigt, als bei einem anderen Nutzer, der nach demselben Keyword sucht
Das heißt, dass einheitliche Suchergebnisse der Vergangenheit angehören. Unterschiedliche Nutzer erhalten aufgrund ihres Such- und Klickverhaltens verschiedene Suchergebnisse.
Anfangs wurden die personalisierten Suchergebnisse nur angezeigt, wenn man mit seinem Google Konto eingeloggt war. Mittlerweile wird dieses Feature allen Usern zur Verfügung gestellt bzw. aufgezwungen. Aufgezwungen bedeutet, dass man diese Funktion nicht ohne Umweg deaktivieren kann. Früher war es möglich, das dafür verantwortliche Webprotokoll zu deaktivieren, was inzwischen nur noch funktioniert, wenn man über ein Google Konto angemeldet ist.
Aktuell gibt es zwei Möglichkeiten, wie das Webprotokoll genutzt wird:
- Man ist mit seinem Google Konto angemeldet: Die Daten, die für die personalisierte Suche notwendig sind, werden dann im Webprotokoll gespeichert, das mit dem Google Konto verknüpft ist.
- Man ist nicht mit seinem Google Konto angemeldet (Standardsituation): Die für die personalisierte Suche notwendigen Daten werden in einem Browser-Cookie 180 Tage lang gespeichert.
Personalisierte Suche deaktivieren
Die Standardsuchergebnisse können weiterhin angezeigt werden – dafür müssen jedoch Anpassungen vorgenommen werden.
Suchanfragen mit Anmeldung (Google Konto): Möchte man die personalisierte Suche deaktivieren, muss man das Webprotokoll aus dem Google Konto löschen. Es ist auch möglich, einzelne Suchanfragen und angeklickte Webseiten separat zu löschen. Um das Webprotokoll zu löschen, geht man folgendermaßen vor:
Rechts oben klickt man auf das Zahnrad
und wählt aus der Liste „Webprotokoll“.
Auf dieser Seite werden die Suchanfragen und angeklickten Webseiten angezeigt. Im nächsten Schritt klickt man auf „Gesamtes Webprotokoll löschen“.
Über „Protokoll löschen“ bestätigt man den Vorgang
Das Webprotokoll und damit die personalisierte Suche wurden deaktiviert. Falls man die personalisierte Suche reaktivieren möchte klickt man auf Fortsetzen.
Suchanfragen ohne Anmeldung: Früher war es möglich, über die Google Seite ebenfalls das Webprotokoll zu deaktivieren. Den Optionspunkt, der die Deaktivierung ermöglichte, existiert jedoch nicht mehr. Aus diesem Grund muss man einen Umweg gehen.
Google Cookies blockieren: Eine Lösung für das Deaktivieren des Webprotokolls besteht darin, dem Browser das Setzen von Google Cookies zu verbieten. Hierzu muss man (je nach Browser unterschiedlich) in den Einstellungen die Funktion für die “Ausnahmen für das Aktivieren von Cookies“ suchen und dort eintragen, dass keine Cookies von der Domain google.com und google.de akzeptiert werden sollen. Unter Firefox findet man diese Option unter Extras –> Einstellungen –> Datenschutz. Unter diesem Menüpunkt wählt man aus der Drop-Down-Liste „nach benutzerdefinierten Einstellungen“ anlegen. Im nächsten Schritt klickt man auf „Ausnahmen“ und trägt dann die Domains www.google.de und www.google.com ein.
Der große Nachteil dieser Maßnahme besteht darin, dass für die Google Dienste Cookies aktiviert sein müssen. Das heißt, dass man sich nicht mehr in G-Mail, AdWords usw. einloggen kann.
Temporäre Deaktivierung: Die zweite Lösung basiert auf der temporären Deaktivierung des Webprotokolls. Hierfür fügt man den Parameter &pws=0 (PWS = Personalized Web Search) an das Ende der Suchanfrage-URL. Leider muss man diese Zusatzvariable bei jeder neuen Suchanfrage an die URL anhängen.
Google Cookies löschen: Bei der dritten Lösung löscht man einfach alle Google Cookies. Jedoch werden diese danach wieder gesetzt.
Fazit
Abschließend kann man sagen, dass die Suchergebnisse in Zukunft noch stärker personalisiert werden. Neben der Beeinflussung der Ergebnisse durch das eigene Such- und Klickverhalten, wird immer mehr das Thema Social Media in die Generierung der Trefferlisten eingreifen. Ob diese Maßnahmen dem User tatsächlich immer die gewünschten Ergebnisse liefern werden, sei dahin gestellt. Dies ist jedoch auch ein anderes Thema.
Lesen Sie weiter: Ich suche mir die Welt, wie sie mir gefällt – Personalisierte Suche – Teil 2 vom 18.07.2011




11. Juli 2011 um 11:13 am
Für eine temporäre Deaktivierung sollte auch der Inkognito-Modus von Browsern wie Firefox oder Chrome funktionieren.
In diesem Modus vergisst der Browser ja alle Cookies u.ä., die in dem Inkognito-Fenster entstanden sind, sobald dieses geschlosen wird.
11. Juli 2011 um 2:34 pm
Danke für den Hinweis. Der Inkognito Modus von Chrome heißt bei Firefox übrigens Privater Modus http://support.mozilla.com/de/kb/Privater%20Modus. Diesen kann man leicht über die Kombination “Strg + Umschalt + P” aktivieren. Gruß Sven
18. Juli 2011 um 10:53 am
[...] Viele setzen die Grenzen der Welt mit den Grenzen der Google-Suchergebnisse gleich. Dass mit der Personalisierten Suche eine ganz individuelle Gewichtung der Suchergebnisse erfolgt, wird bei der Bewertung der Ergebnisse [...]
29. Dezember 2011 um 12:09 pm
[...] ernst Google den großen Konkurrenten Facebook nimmt. Es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass die personalisierte Suche für Google immer wichtiger wird. Mithilfe eines sozialen Netzwerkes lassen sich die Nutzer viel [...]
10. Januar 2012 um 8:20 am
Hi! Ich mag die personalisierte Suche einfach nicht. Einerseits werden so alle SEO Maßnahmen einfach umsonst. Andererseits hilft das wenig den Nutzern, weil so sie immer die gleichen Ergebnisse bekommen würden, und so nie etwas neues finden könnten.