Apr 24
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teaser ecommerce conference 2012 – „CPO ist für Schiss haber“Vergangene Woche startete in Hamburg die ecommerce conference der IWB in die 5. Veranstaltungsreihe. Die Konferenz bot ein rundes Programm zu den heißesten Trends im e-Commerce und punktete mit seinen Referenten. Sprüche wie „CPO ist für Schiss-haber, nichts für Unternehmer“ von  Goldbach Interactive Vorstand Marcus Koch oder die Liebesbekundung an die dunkle Seite der Macht von isa-media Geschäftsführer und SEO-Experte Herbert Hartung, zählten für mich zu den Highlights der Veranstaltung.

Aus meiner Sicht ist es den Veranstaltern gelungen, in zwölf Vorträgen sowohl Trends als auch aktuelle Diskussionen über die gesamte Bandbreite des e-Commerce abzubilden.

Da die Konferenz ihre Reise noch in die Städte Frankfurt, Düsseldorf und München fortsetzen wird, möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Stattdessen beschränke ich mich auf meine zwei persönlichen Session-Highlights, die meiner Meinung nach, einen Ausblick auf zukünftige Chancen aber auch Herausforderungen im e-Commerce geben.

Edel Optics – Virtuelle Warenauslage oder das (Optiker-)Ladengeschäft der Zukunft

edel optics ecommerce conference 2012 – „CPO ist für Schiss haber“Dennis Martens, Geschäftsführer von Edel Optics, ist es gelungen, eine erfolgreiche Verbindung zwischen dem Online-Shop www.edel-optics.de und lokalen Optiker Ladengeschäft zu schaffen.

Ein Optiker, mit insgesamt 32 Brillen auf der Präsentationsfläche – möglich? Ja, denn bei Edel Optics in der Barmberker Straße in Hamburg, wählt der Kunde seine Brille mit Hilfe von iPad Terminals aus. Der Kunde kann auf dem iPad aus über 30.000 Brillen auswählen. Die 5.000 Top-Seller sind im Nebenraum auf weniger als 20qm Lagerfläche vorrätig. Weitere 25.000 Brillen können direkt elektronisch beim Hersteller geordert werden.

Dennis Martens Konzept geht auf. Im Vergleich zum klassischen Optiker bietet Edel Optics eine nahezu endlose Auswahl an Brillen und das auf wenigen Quadratmetern Ladenfläche. Hieraus ergibt sich ein weitaus günstigerer Preis als bei der Konkurrenz. Der Kunde muss im Vergleich zum Online-Shop dennoch nicht auf professionelle Beratung verzichten und kann die Brillen direkt anprobieren. Entsprechend bietet Edel Optics seinen Kunden ein einmaliges Einkaufs-Erlebnis.

Herr Martens bestätigte mir im Gespräch, dass er sich mit Edel Optics in Hamburg keine Freunde macht. Der Wettbewerb hat das Potential des Geschäftsmodells und somit die Gefahr für das klassische Ladengeschäft erkannt. Die Eröffnung weiterer Geschäfte ist trotzdem nicht geplant – „zu hohe Kapitalbindung“ sagt Dennis Martens. Er hat mir allerdings verraten, dass sie auf der Suche nach einem Investor sind. Aus meiner Sicht eine vielversprechende Investition, da dieses Modell für den stationären Handel zukunftsweisend sein könnte.

Google – Freund oder Feind für Shop-Betreiber?

Mit Herbert Hartung, Geschäftsführer der isa-media GmbH, hat der Gastgeber IWB einen SEO-Experten an Bord geholt, der bei manchem Shop-Betreiber im Publikum die Angstperlen auf die Stirn getrieben hat. Denn die Updates von Google werden Shop-Betreiber in naher Zukunft vor mehrere Herausforderungen stellen.

Im Kern vermittelte Herr Hartung dem Publikum das Bewusstsein für diverse Themen, die jeweils einen eigenen Blog-Artikel wert sind. Daher gehe ich heute im Detail nur auf die Google Produktsuche „Google Shopping“ ein, die aus meiner Sicht die e-Commerce Welt auf den Kopf stellen kann und mit großer Wahrscheinlichkeit auch mittelfristig wird.

google serp product listings ecommerce conference 2012 – „CPO ist für Schiss haber“

Aktuell gelangt der Großteil der Internetnutzer durch einen Klick auf ein Shopping Suchergebnis in die Google Produktsuche. Der User kann dort mittels Filterfunktionen die Shopping Ergebnisse weiter verfeinern und erhält so, vergleichbar einem Preisvergleichsportal, relevante Produkttreffer inklusive Preisangabe und Erfahrungsberichte. Hinter dem Produkttreffer findet sich eine Auflistung an Online-Shops und regionalen Händlern, die das jeweilige Produkt im Sortiment führen.

Google Shopping läuft in Deutschland derzeit noch als Beta Version und steckt noch in den Kinderschuhen. Aber welche langfristigen Ziele verfolgt Google mit Google Shopping? Die Antwort darauf findet man auf google.com/shopping:

google shopping vergleich ecommerce conference 2012 – „CPO ist für Schiss haber“

Saisonale Shopping Welten im Teaser, „Popular this week“, „Zuletzt angesehen“ – die Struktur und das Layout von Google Shopping erinnern verdächtig an eine klassische Shop-Oberfläche. Vom Preisvergleichsportal ist keine Spur mehr. Stattdessen kann der User über Google Catalogs auf seinem Tablet Kataloge durchstöbern. Mit der App „Google Shopper“ können Internetnutzer auf tagesaktuelle Angebote zugreifen, durch Barcode-Scans Produkte in Google Shopping aufrufen und ihre favorisierten Produkte auf facebook teilen. Auch Google Offers wird prominent auf Google Shopping beworben.

Das Ganze ist noch steigerungsfähig. Was, wenn Google nicht mehr auf die Produktseiten der Händler verweist, sondern der Internetnutzer direkt über Google Shopping seine Produkte bestellen kann? Ist es aus Nutzersicht nicht ein Vorteil, wenn alle Produkte über einen Shop beziehbar sind und der Nutzer sich nicht in verschiedenen Shops mit der speziellen Navigation auseinandersetzen muss?

Mit Google Wallet bietet Google seit Ende letzten Jahres sogar ein eigenes Produkt zur Zahlungsabwicklung an.

Vielleicht sollten sich Shop-Betreiber so langsam damit auseinandersetzen, dass es in naher Zukunft einen weiteren Wettbewerber geben wird, der sich Google nennt.

Fazit

Die ecommerce conference war für mich eine gelungene Veranstaltung, um mal wieder einen Blick über den Tellerrand zu werfen und ein Gefühl für die Trends in den unterschiedlichen Disziplinen des e-Commerce zu erhalten. Leider wird, wie so häufig bei Konferenzen, vieles nur oberflächlich abgehandelt, da selten der Spezialist im Publikum sitzt. Für frische Ideen oder Denkanstöße ist ein Besuch der Konferenz aber auf jeden Fall lohnenswert.

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Über Jessica Braun

Jessica Braun verbindet Know-How und Erfahrung im Online Marketing zu kawumba’stischen Marketingkonzepten für ihre E-Commerce Kunden. Gemäß ihrem Motto „Stillstand ist Rückschritt“, stellt sie sich täglich die Frage: „Wie geht’s noch besser?“

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  • jessica braun

    Hallo Marcus,

    nur treffende Zitate schaffen es in meine Headline ;-)

    Mich begeistern Referenten, die zu ihrer Meinung stehen. In diesem Sinne: klasse Vortrag in Hamburg!

    Jessica Braun

  • http://www.goldbachinteractive.de marcus koch

    Liebe Jessica

    ich bin so frei und korrigiere die Wiedergabe meines Zitas. Ich sagte: “… CPO ist was für Schisser, aber nichts für Unternehmer…” Ja das klingt natürlich markig und ist aus dem Kontext gerissen auch nicht ganz unkritisch ;-) aber im Grundsatz richtig. Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg und Spass im Online Marketing

    Marcus Koch