Weniger ist mehr. Wer im SEO-Jahr 2011 noch auf Quantität setzte, musste um seine Rankings fürchten. Mal waren es die Linknetzwerke, denen der Kampf angesagt wurde und ein anderes Mal standen die Content Farmen am Pranger. Währendessen kam Google dem User immer näher und schenkte ihm sogar ein neues soziales Netzwerk.
Gestritten wurde im Januar als die wirkliche Bedeutung des angekündigten „Bloggergates“ diskutiert wurde. In der Bloggerszene ging die Nachricht um, dass ein komplettes Netzwerk an gekauften Links aufzufliegen drohe, beim dem zahlreiche Blogger Links gegen Geld auf ihren Blogs platziert hätten. Auch wenn die Geschichte um das sogenannte Bloggergate langsam im Februar wieder aus den Blogs verschwand, blieb dennoch eine diffuse Angst vor dem Zusammenbrechen dieser großen Linknetzwerke. Es wurde also weiter hitzig diskutiert, wann ein Link schädlich ist und welche Links als natürlich von der Suchmaschine eingestuft werden. Auch wenn das Thema ein großes Rumoren in der Szene verursachte, war es nach wenigen Wochen auch schnell wieder vergessen. Dennoch hallte der Diskussion der Ruf nach mehr Qualität in der Suchmaschineoptimierung nach.
Ein deutlicher Appell an die Qualität der Webseiten-Inhalte, denn diese wurden 2011 immer wichtiger, da im Frühling das Panda Update erstmals auf sich aufmerksam machte. Matt Cutts und Amit Singhal stellten im März ihre Vorstellungen hierzu in ihrem Text „The Panda That Hates Farms“ vor. Nun sollte es den Content-Farmen an den Kragen gehen, die die Suchergebnisse der Suchmaschinen bisher mit minderwertigen Inhalten verwässerten. Google identifiziert seither Text-Spam auf Webseiten und führt gegebenenfalls eine Abstrafung durch. Im April war es dann auch in der Praxis soweit und das Panda-Update hat Wirkung gezeigt. Große, Content sammelnde Webseiten haben entsprechend an Rankings und Traffic verloren. Die klaren Gewinner waren und sind immer noch große Nachrichtenportale.
Es waren eben die bedeutsamen Inhalte, die in der Suchmaschinenoptimierung in den Fokus rückten. Für die Suchergebnisse selbst wurde das Thema der Microdata immer interessanter. Google, Bing und Yahoo launchten im Juni schema.org . Mit dieser Initiative soll die Strukturierung von Daten im Netz vereinheitlicht und Webseitenbetreiber erklärt werden, wie sie die Markups aufbereitet müssen.
Die Beschäftigung mit der Bedeutung und der Qualität der Inhalte, lässt Vermutungen zu, was Google mit seinem Algorithmus noch vor hat. So richtig konkret wurde es, als Rand Fishkin auf der SMX München die aktuelle Version der SeoMOZ Rankingfaktoren vorstellte. Diese groß angelegte Umfrage unter SEOs weltweit gab eine Idee davon, als wie wichtig das Thema Social Media für das SEO-Jahr 2011 werden würde.
Spätestens im Juni bestätigte das dann auch Google, indem der Suchmaschinenbetreiber das eigene Netzwerk Google+ online stellte. Zunächst galt es hier den Exklusiv-Status zu wahren. Interessierte konnten in den ersten Wochen nur dann Mitglied werden, wenn sie eine Einladung von Google erhalten hatten. Da Verknappung immer eine gute Marketing-Strategie ist, lässt sich daraus gut ablesen, wie ernst Google den großen Konkurrenten Facebook nimmt. Es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass die personalisierte Suche für Google immer wichtiger wird. Mithilfe eines sozialen Netzwerkes lassen sich die Nutzer viel leichter darauf ein, während diverser Online-Aktivitäten einfach im Netzwerk angemeldet zu sein. Eine gute Voraussetzung, um das individuelle Suchverhalten besser auswerten zu können.
Und nun im Dezember fragen wir uns natürlich, wohin die SEO-Reise im Jahr 2012 gehen wird. Vieles ist offen doch eines ist sicher: Die personalisierte Suche ist zumindest ein Thema, für das sich besonders Google sehr interessieren wird.
In diesem Sinne wünschen wir einen guten Rutsch ins neue Jahr
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